Sie haben jede Menge Berufserfahrung, aber kein Diplom?

Sie sind über 25 Jahre, haben bereits einschlägige Erfahrungen in einem Beruf gesammelt, für den es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine duale Ausbildung gibt? Aber Sie verfügen über keinen Berufsabschluss in diesem Beruf? Ihr Wunsch ist es, Ihre Kompetenzen offiziell anerkennen zu lassen und sich eventuell auch weiter zu qualifizieren?

Wie läuft ein Kompetenzanerkennungsverfahren (KomAn) ab?

  1. Sie vereinbaren einen Termin mit einer Weiterbildungsberaterin im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft (s. Ansprechpartner). Diese informiert Sie über den Ablauf des Verfahrens, über die Teilnahmebedingungen und unterstützt Sie bei der Antragstellung. Außerdem werden die Qualifizierungsmöglichkeiten besprochen.
  2. Wenn der Antrag angenommen wurde, führen Sie eine Selbsteinschätzung in einem Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand durch. Ein Lehrlingssekretär unterstützt Sie dabei, eine Kompetenztabelle des entsprechenden Ausbildungsberufs auszufüllen. Sie schätzen selbst ein, welche Kompetenzen Sie beherrschen und welche nicht.
  3. Um Ihre vorhandenen Kompetenzen bestmöglich einschätzen zu können, folgt zu einem späteren Zeitpunkt ein Gespräch mit einem Fachlehrer des ZAWM. Fällt diese Einschätzung positiv aus, informiert Sie das ZAWM (Eupen oder St. Vith) über die Modalitäten und den Termin des ersten praktischen Tests. Sie absolvieren den ersten Test nur in den Kompetenzbereichen, für die Sie zugelassen worden sind.
  4. Der erste praktische Test („praktische Zwischenbewertung“) findet im entsprechenden ZAWM statt. Dieser Termin ermöglicht Ihnen, sich mit den Prüfungsmodalitäten vertraut zu machen. Insofern dieser erste Test positiv ausfällt, erhalten Sie den Zugang zur offiziellen Prüfung. Sie absolvieren die Prüfung nur in den Kompetenzbereichen, für die Sie zugelassen worden sind.
  5. Sie legen die Prüfung („praktische Abschlussprüfung der Lehre“) am entsprechenden ZAWM ab und erhalten, bei Erfolg, eine Kompetenzbescheinigung bzw. ein Zertifikat für die erfolgreich nachgewiesenen Kompetenzbereiche.

Eine Skizze zur Erklärung des Verfahrens finden Sie im Downloadbereich.

Was ist KomAn?

„Als Arbeitnehmer und Familienvater war KomAn für mich die optimale Möglichkeit, meine beruflichen Fähigkeiten in kurzer Zeit zertifizieren zu lassen. Ich fand es auch super, dass die Teilnahme kostenlos war. Jetzt möchte ich mich weiterqualifizieren!“, Bogdan Zabara, erster Absolvent KomAn, Anstreicher und Tapezierer

Das ostbelgische Kompetenzanerkennungsverfahren, kurz KomAn, ist Teil des ESF-Projektes „Zukunftswege gestalten“. Es bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre beruflichen Kompetenzen offiziell anerkennen zu lassen. Und zwar in Form einer offiziellen „Kompetenzbescheinigung“ (wenn Sie alle Kompetenzbereiche bestehen) bzw. eines „Zertifikats über den Nachweis beruflicher Kompetenzen“ (wenn Sie einige Kompetenzbereiche bestehen). Hierfür absolvieren Sie eine praktische Prüfung am Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand in St. Vith oder Eupen.

Bei bestandener Prüfung erhalten Sie kein Gesellenzeugnis, dafür aber eine offizielle Bescheinigung zum Nachweis Ihrer beruflichen Kompetenzen, die Ihnen auf dem Arbeitsmarkt neue Türen öffnen kann!

Sie haben Interesse? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir werden Sie umfassend über KomAn und Ihre Qualifizierungsmöglichkeiten informieren.

In welchen Berufen kann ich in Ostbelgien meine Kompetenzen anerkennen lassen?

In mehr als 45 Berufen. Einen Überblick finden Sie auf der IAWM-Internetseite.